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Hunter: 28.04.2011




 
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Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1262
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 28.04.2011, 16:45    Titel: Hunter: 28.04.2011

Der Vampir schob mir ein flaches Paket herüber, von dem immer noch der verführerische Duft des Inhalts in meine Nase stieg, auch wenn er inzwischen wohl kalt geworden war.
„Hier, iss. Ich will nicht riskieren, dass du plötzlich zusammenbrichst.“
Ich ließ mich nicht lange bitten und innerhalb kürzester Zeit war die halbe Pizza verspeist.
„War das hier alles deine Idee?“, fragte ich mit vollem Mund – was mir einen weiteren, missbilligenden Blick einbrachte – und deutete mit einer Armbewegung auf den Raum um uns herum.
„Das ist meine Heimat“, antwortete er schließlich und mir wurde schlagartig klar, was für ein Risiko Bjorn damit eingegangen war, mich hierher zu bringen. Wenn es ganz dumm lief, dann würde hier alles zerstört werden, was der Vampir in den letzten tausend... na zumindest vor etlichen hundert Jahren aufgebaut hatte.
Wieder schien Bjorn meine Gedanken zu lesen, denn er winkte ab. „Es war nicht deine Schuld, Fellknäuel. Zumindest nicht alleine. Früher oder später wären sie sowieso hier aufgetaucht und wir hätten fliehen müssen.“
Oh wie schön. Also hatte ich ‚nur’ eine Teilschuld an dem Ganzen. Als ob das mein Gewissen beruhigen könnte.
Die Pizza wollte mir nicht mehr so recht schmecken und ich gab Shannon ein kleines Stück vom Rand ab, auf dem die Kleine selig herumkaute.
„Was ist mit Eric passiert?“, fragte ich schließlich, um das unangenehme Schweigen um mich herum zu durchbrechen. „Wo ist er geblieben?“
„Wenn ich das wüsste.“ Bjorn konnte die Sorge nicht vor mir verstecken und schien sich dessen auch bewusst, denn ohne dass ich nachfragen musste fügte er hinzu: „Die letzte Meldung von ihm erreichte uns vor einer Woche. Da waren sie in Quebec und warteten auf ihr Schiff, das sie zurückbringen sollte. Seitdem herrscht absolute Funkstille.“
Diese Antwort warf fast noch mehr Fragen auf. Weshalb war Eric überhaupt in Quebec gewesen? Und wer begleitete ihn? Ein weiterer seiner alten Kumpane?
Bjorn stand auf und lief unruhig in dem kleinen Raum auf und ab.
„Ich denke wir nehmen die Nordroute“, sagte er schließlich an Olaf gewandt, der zustimmend nickte. „Sie werden eher damit rechnen, dass wir uns nach Südwesten absetzen, also sorg dafür, dass ein Schiff diese Route nimmt. Snorri oder Björn sollen sich Anfangs nahe an der Küste halten, als wollten sie noch jemanden aufnehmen und erst dann weiter Richtung Prince Edward Island oder New Brunswick.“
„Wer übernimmt sein Auto?“
„Sag Mathis, er soll sich darum kümmern. Die Schlüssel stecken und Olaf, er soll pfleglich damit umgehen.“
Schweigend lauschte ich den Anweisungen des Vampirs und irgendwie fand ich es amüsant, dass Bjorn sich um den Zustand meines Wagens kümmerte. Als ob wir keine anderen Sorgen hätten. Ich hatte keine Ahnung, wie ich das meinen Eltern erzählen sollte. Sie machten sich gewiss große Sorgen, besonders da sie die Nachricht von den großen Waldbränden mit Sicherheit gelesen hatten.
Als Olaf gegangen war, brachte ich dieses Thema zur Sprache.
„Was ist mit meinen Eltern?“
„Was soll mit ihnen sein?“
Tat Bjorn nur so oder wusste er wirklich nicht, worum es mir ging?
„Was soll ich ihnen erzählen? Ich brauche doch einen Grund, weshalb ich auf einmal irgendwo bin. Bislang habe ich ihnen immer erzählt, wie gut es mir im Gros Morn gefällt und das ich nirgendwo anders hin möchte.“
Der Vampir seufzte und gab Annegret mit einer Kopfbewegung zu verstehen, dass sie Shannon mitnehmen und gehen sollte. Ich ließ es zu, auch wenn die Kleine meckerte, aber es war wohl besser so. Das Thema war zu ernst, um nur mit einem halben Ohr zuzuhören und Shannon hatte einfach ein sehr forderndes Wesen. Dass eigentlich schon längst ihre Bettzeit war, ignorierte sie genauso wie alle anderen um mich herum, aber irgendwann würde sie schon schlafen.
Als Annegret gegangen war und man das Weinen des Kindes nicht mehr hörte, wandte sich Bjorn wieder mir zu.
„Was wissen deine Eltern, Damien?“, wollte er wissen und sah mich dabei prüfend an.
„Sie wissen, dass ich hier bin, mehr nicht.“
„Du hast ihnen nie etwas erzählt? Nicht dass sie Großeltern sind oder von deinen Vollmondausflügen?“
Hörte der Blutsauger schlecht?
„Ich sagte doch, sie wissen von nichts. Erstens wäre es viel zu gefährlich und zweitens – wie hätte ich das mit Shannon erklären sollen?“
Zugegeben, ich war schon mehr als einmal versucht gewesen, ihnen Shannon als Enkelin vorzustellen, doch jedes Mal hatte ich einen Rückzieher gemacht. Es war einfach eine viel zu verzwickte Situation.
Bjorn überlegte schweigend. Schließlich sagte er ernst: „Brich den Kontakt zu ihnen ab.“
„Wie bitte?“
Ich hatte mich doch wohl verhört. Ganz gewiss hatte ich das. Er konnte einfach nicht von mir verlangen, dass ich mich meinen Eltern gegenüber tot stellte.
„Du sollst den Kontakt zu ihnen abbrechen“, wiederholte Bjorn geduldig.
„Das kann ich nicht!“
„Doch, du kannst es.“ Der Vampir beugte sich ein Stück vor, um mir besser in die Augen sehen zu können. „Ich weiß, dass das schwer werden wird und dass ich viel von dir verlange, aber sieh es mal so: Du schützt sie damit.“
Ich biss die Zähne zusammen und schloss die unverletzte Hand zur Faust, dass es knackte.
„Versteh mich nicht falsch“, versuchte Bjorn mich zu beruhigen, anscheinend war ihm der Gedanke, es mit einem wütenden Werwolf zu tun zu bekommen, alles andere angenehm. „Ich will dich nicht von deiner Familie trennen, aber wenn die H.o.A.C.s von ihnen erfahren, werden sie sie skrupellos gegen dich verwenden. Und ich verlange nicht von dir, dass du dich für alle Ewigkeit von ihnen fernhalten sollst. Nur für die nächste Zeit.“
Ein paar tiefe Atemzüge später war ich soweit, dass ich ihm antworten konnte ohne ihn anzuschreien. „Es wird sie schrecklich aufregen. Sie werden glauben, ich sei bei dem Brand ums Leben gekommen.“
„Das ist Sinn und Zweck des Ganzen. Solange sie davon überzeugt sind, werden sie nicht nach dir suchen und somit auch nicht die Aufmerksamkeit der Jäger auf sich ziehen.“
Er hatte ja Recht mit dieser Aussage, aber es war schwer, es einzusehen. Heute noch spüre ich die Verzweiflung, die sich damals in mir breit machte und die wie brennendes Gift durch meine Adern rann.
„Das kann ich ihnen nicht antun. Besonders meiner Mutter nicht. Für sie würde ein Welt zusammenbrechen.“
Bjorns kalte Hand landete auf meiner Schulter. Wann hatte er sich denn neben mich gesetzt? Ich hatte nicht bemerkt, dass er den Platz gewechselt hatte.
„Du brauchst ihnen keine Lüge unterzuschieben“, sagte er sanft, fast väterlich. „Zumindest anfangs noch nicht. Bleib einfach verschwunden. Du bist verschollen, nicht tot. Sobald ihr, die Kleine und du, in Sicherheit seid, kannst du dich ja bei ihnen melden, wenn du es unbedingt willst.“
Dieses ‚wenn es unbedingt sein muss’ klang eindeutig nach einem ‚tu es besser nicht’, doch ich widersprach nicht.
_________________
Alles Liebe
Petra



Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge
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BeitragVerfasst am: 28.04.2011, 16:45    Titel: Werbung



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