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Hunter: 04.05.2011




 
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Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1262
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 04.05.2011, 16:46    Titel: Hunter: 04.05.2011

„Wo schickst du uns hin?“, wollte ich wissen und startete damit einen kläglichen Versuch, mich abzulenken. Bjorn ging darauf allerdings nicht ein.
„Wir werden alle gehen – Shannon, du, Siv, ich... An einen sicheren Ort. Vertrau mir, Damien. Ich weiß sehr gut, wie du dich jetzt fühlst. Auch ich habe diese Situation schon mitgemacht. Mehrfach sogar.“
„Ja, klar.“
Ich glaubte ihm kein Wort. Wie wollte ein Vampir, ein elender Blutsauger, wissen, wie ich mich gerade fühlte? Seine Eltern waren schon seit hunderten von Jahren tot und in der damaligen Zeit war einiges anders gewesen als heute.
Bjorn seufzte und schüttelte den Kopf.
„Ich kam nicht alleine hierher, weiß du? Anders als Erik oder Gunnar, hatte ich meine Frau dabei, Sif. Sie war wunderbar: Einfühlsam, schön, klug – und schwanger.“
Ich stutzte. Hatte er grade Siv gesagt? Aber Siv war lebendig und kein Vampir. Sie konnte unmöglich mehrere hundert Jahre alt sein.
„Siv ist meine Urururur... ach denk dir noch ein paar Urs davor, jedenfalls ist sie meine Enkelin“, brummte Bjorn, was mich dazu brachte, ihn ziemlich gereizt anzufahren.
„Hör endlich auf, in meinen Gedanken zu lesen!“
Ich hatte mit vielem gerechnet: Dass er nun sauer wurde und mich tadelte. Dass er ruhig blieb und mich tadelte. Dass er mich einfach hochkant hinauswarf und mich meinem Schicksal überließ – aber sicher nicht mit der Reaktion, die nun folgte: Bjorn lachte. Er lachte so sehr, dass ihm rote Tränen aus den Augen rannen.
„Kleiner, du hast wirklich eine blühende Phantasie. Gedanken lesen... Wenn du mir sagst, wie das funktioniert, dann werde ich es gerne lernen. Meine Güte. Und dann soll noch mal einer sagen, ihr Promenadenmischungen versteht keinen Spaß.“
Er wischte sich die blutigen Tränen aus dem Gesicht und sah mich amüsiert an.
„Ich lese nicht deine Gedanken, ich lese in deinem Gesicht. Du hast dich so wenig unter Kontrolle, dass man in dir lesen kann wie in einem Buch.“
„Erik kann Gedankenlesen“, erwiderte ich beleidigt. Ich und ein offenes Buch. Der hatte noch keine Bekanntschaft mit meinem Pokerface gemacht.
„So, kann er das?“
„Ja, kann er. Er hat der alten Mrs. Coly eine Gehirnwäsche verpasst, die nicht besser sein könnte. Sie glaubte alles, was er ihr erzählt hat, dass Shannon meine Tochter und meine Frau verstorben sei und all den Quatsch!“
Bjorn amüsierte sich immer noch königlich.
„Das ist etwas anderes. Er hat sie von der Wahrheit seiner Worte überzeugt, aber er kann nicht ihre Gedanken lesen. Das kann niemand.“
„Das ist doch das Gleiche! Er hat in ihren Gedanken herumgepfuscht.“
„Hat er nicht. Er hat sie – nun, nennen wir es hypnotisiert. Wir haben die Gabe, anderen gegenüber sehr glaubhaft unsere Sicht der Dinge darzulegen. Mit Telepathie hat das aber gar nichts zu tun, auch wenn das unheimlich praktisch wäre.“
Für mich war es dennoch dasselbe. Ob nun ‚nur’ überzeugt oder wirklich die Gedanken verändert – wo lag da der Unterschied? Das Ergebnis kam aufs selbe hinaus.
„Was passierte mit deiner Frau?“, wollte ich schließlich wissen, hauptsächlich um mich abzulenken.
„Nun, sie kam hier mit den anderen an Land. Leif hatte sie nicht, wie uns vier, über Bord werfen lassen, so human war er dann doch, sondern sie mitgenommen.
Zunächst wollte ich mich ihr nicht zeigen. Ich hatte Angst, sie würde sich von mir abwenden, mich hassen für das, was ich nun war. Lieber wollte ich sie so im Gedächtnis behalten, wie ich sie geliebt hatte. Dann aber überwog die Sehnsucht und Sif reagierte vollkommen anders, als ich erwartet hatte. Sie störte sich nicht an meiner neuen Lebensweise – oder zumindest nicht so stark, dass es sie vertrieben hätte. Sie blieb bei uns und schenkte mir schließlich einen Sohn.“
Bjorn verlor sich förmlich in seinen Erinnerungen. Höchste Zeit, ihn daraus zu wecken.
„Und dann willst du mir weismachen, du wüsstest, wie ich mich fühle? Sehr überzeugend, wirklich.“
„Ich musste sie verlassen. Sie und meinen kleinen Sohn Hakan“, antwortete er und verzog dabei schmerzlich das Gesicht. „Leider hat es nichts genützt. Diese verfluchten Jäger hatten uns schon länger beobachtet und sie ...“
Er brach ab starrte die Wand an. Es war nicht nötig, dass er weitererzählte, ich begriff es auch so. Die Jäger hatten seine Frau ermordet um ihn damit zu treffen und ihn unvorsichtig zu machen. Sein Sohn musste ihnen allerdings entkommen sein, sonst würde es Siv nun nicht geben – so zumindest meine Schlussfolgerung. Ich wollte nicht nachfragen, was genau passiert war. Wollte seinen Schmerz nicht noch mehr vergrößern, indem ich Salz in die Wunde streute und so schwieg ich einfach ein Weilchen, in der ich mir alles nochmals durch den Kopf gehen ließ, ehe ich leise sagte:
„Ich werde meine Eltern nicht anrufen. Danke für die Warnung – und für dein Vertrauen.“
Bjorn wandte sich mir wieder zu und nickte leicht. „Ich bringe die Kleine und dich in Sicherheit, wo du lernen und trainieren kannst und wo Shannon in Ruhe aufwachsen kann.“
Er stand auf und griff nach meinem Arm, um mich auf die Beine zu ziehen.
„Komm, die Flut kommt bald und dann müssen wir bereit sein.“
Ohne weiteren Widerstand folgte ich ihm nach oben. Eine weitere Fahrt ins Ungewisse stand mir bevor. Ob diese Flucht je ein Ende finden würde?
_________________
Alles Liebe
Petra



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BeitragVerfasst am: 04.05.2011, 16:46    Titel: Werbung



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