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Patchwork - und Quiltforum
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Autor |
Nachricht |
Zabanja

Anmeldungsdatum: 17.11.2010 Beiträge: 1367 Wohnort: Wien
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Verfasst am: 25.01.2011, 10:09 Titel: Hunter: 25.01.2011 |
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In den Park zu gelangen war nicht schwer, jeder von uns besaß einen National Pass. Ein geschütztes Plätzchen zu finden dagegen schon. Anscheinend hatten sich eine ganze Menge kälteresistenter Leute in den Kopf gesetzt, den Jahreswechsel inmitten nahezu unberührter Natur zu verbringen.
Öfter als uns lieb war, stießen wir auf Camper und mussten einen anderen Weg einschlagen. Immerhin konnten wir schlecht eines ihrer Wohnmobile annektieren.
In freier Natur konnten wir aber auch nicht bleiben, wenn uns unser Leben lieb war. Der neue Tag nahte bereits und wir waren immer noch ohne Unterkunft. Der Wald an sich bot keinen Schutz, da – mal abgesehen von der jahreszeitbedingten Blattlosigkeit der Pflanzen – in den letzten Jahren ein Großteil der Bäume diversen Insekten zum Opfer gefallen, und das Blätterdach somit reichlich löcherig geworden war.
Der silbrige Streifen im Osten wurde immer größer – genau wie meine Nervosität – als Ulfgrim mich in die Seite stieß und auf einen dunklen Schatten deutete, der auf der anderen Seite eines Bachlaufs an einer Bergwand zu sehen war: Eine Höhle.
Beinahe hätte ich mich zu einem Jubelschrei hinreißen lassen, doch ich beherrschte mich. Noch waren wir schließlich nicht in Sicherheit.
So rasch wir konnten hetzten wir durchs gefrorene Unterholz, das bei jedem Schritt knirschte. Anscheinend bewegten wir uns auf einem der Moore, für das der Park bekannt war.
Schon fühlte ich die ersten, scheuen Strahlen der Sonne, die sich kaum wahrnehmbar über den Rand des Horizonts tasteten, in meinem Rücken. Kein Mensch wäre in der Lage, sie zu spüren – auf meinen Kameraden und mich wirkten sie jedoch wie züngelnde Flammen, die sich unerbittlich in unserer Haut brannten.
Nur noch ein paar Meter...
Ich hatte keine Augen für den wunderschönen Anblick, der sich uns bot: Der gefrorene Bachlauf, der von einem Wasserfall gespeist wurde, dessen Wassermassen aufgrund der Kälte zu riesigen Eiszapfen erstarrt waren und der wirkte, als hätte ihn jemand einfach in der Zeit angehalten, schien aus einer anderen Welt zu stammen.
Auch die Schneeschuhhasen, die sich – erschreckt durch unser ungestümes Nahen – in wilder Flucht beinahe gegenseitig über den Haufen rannten, bekam ich nur am Rande mit. Für mich galt einzig und allein diese Höhle, deren Dunkelheit unser Überleben sichern würde.
Kaum hatten wir uns in Sicherheit gebracht, trat die gleißende Sonnenscheibe in voller Pracht hervor und verwandelte die Welt dort draußen in einen glitzernden Märchentraum.
Mir war das vollkommen egal. Mein Nacken schmerzte höllisch und ich brauchte keinen Spiegel um zu wissen, dass er übel aussehen würde: Rot, verbrannt und vermutlich mit kleinen Blasen übersäht.
Ulfgrim und ich schleppten uns noch ein Stück weit ins Innere, dann sanken wir zu Boden und fielen in einen tiefen Schlaf.
_________________ Alles Liebe
Petra
Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge |
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Verfasst am: 25.01.2011, 10:09 Titel: Werbung |
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