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Hunter: 03.03.2011




 
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Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1262
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 03.03.2011, 14:23    Titel: Hunter: 03.03.2011

Die erste Stunde sprachen wir kein Wort. Selbst Shannon war – nach anfänglichem Weinen – verstummt und gab keinen Laut von sich, sah nur immer wieder mit großen Augen den fremden Mann an, der uns durch die Nacht kutschierte.
Schon bald nach unserem Aufbruch hatten wir den roten Widerschein des Feuers am Horizont hinter uns gesehen. Der Wind trieb den durchdringenden Geruch vor sich her und mir in die Nase, dass ich bald Mühe hatte, ein Husten zu unterdrücken.
Wortlos kramte der Vampir mit der rechten Hand in der Tasche seiner abgewetzten Lederjacke und zog ein sauberes Stofftaschentuch hervor, das er mit hinhielt. Natürlich nahm ich es an. Der Modergeruch biss wenigstens nicht in der Nase, auch wenn er nicht sonderlich angenehm war.
„Wer bist du?“, fragte ich endlich nach und sparte mir die Vorstellung meiner Wenigkeit. Der Blutsauger schien genau zu wissen, wer ich war. Bis auf seinen Akzent hatte er wenig mit Eric gemeinsam – seine schulterlangen Haare waren kupferrot und er war jünger und nicht ganz so groß und so breit wie der Wikinger, auch wenn er dessen Geschmack was Lederhosen und Flanellhemden betraft teilte.
„Jemand, der dir grade deinen Fellarsch rettet“, brummte er unwillig und trat das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Anscheinend hatte er keine Lust zu reden. Ob das nun an mir lag oder an der Tatsache, dass es rings um uns brannte, war schlecht zu sagen. Vielleicht lag es aber auch an der frühen Morgenstunde, denn wie mir ein rascher Blick auf die Uhr zeigte, war es bereits kurz vor vier und in spätestens einer halben Stunde würde die Sonne aufgehen.
Ich hatte keinen blassen Schimmer, wo der Vampir mit uns hin wollte, entschied aber, dass er wohl wusste, was er tat. Er hielt immer weiter nach Norden. Bald schon mischte sich der Geruch von Meer intensiv in den Gestank von Feuer, brennendem Holz und ja, leider auch verkohlten Lebewesen. Schwer zu sagen, ob das nur Tiere gewesen oder ob auch Menschen den Flammen zum Opfer gefallen waren.
Ich verdrängte diese unschönen Gedanken und konzentrierte mich auf den salzigen Wohlgeruch, der das Nahen der Küste verriet. Vielleicht hatte mein schweigsamer Freund ja ein Boot aus dem Hut gezaubert?
Endlich hielt er an – allerdings nicht an einem Hafen, sondern auf dem Besucherparkplatz einer Touristenattraktion, von der ich bereits gehört hatte. Wir standen vor den Toren von L’Anse aux Meadows, besser gesagt vor dem Visitor Reception Center, das noch zwischen uns und dem Schaudorf lag.
Er wartete nicht darauf, dass ich die Türe öffnete, sondern sprang aus dem Wagen, riss die Tasche heraus und hetzte auf die andere Seite, wo er mich samt der Kleinen herauszerrte, als ich ihm nicht schnell genug war.
„Nun komm schon, Streuner, schlaf nicht ein. Ich habe keine Lust deinetwegen wie ein Mohr auszusehen.“
„Jetzt warte mal!“ Ich hatte die Nase voll von diesem Blutsauger, der uns durch die Gegend scheuchte und drehte den Spieß um, indem ich ihn mit der freien Hand am Arm packte und festhielt. „Ich will erst wissen, was wir hier sollen und wer du bist!“
„Wir wollen überleben, Kleiner.“ Reichlich genervt war der Vampir stehen geblieben und sein Blick ging kurz nach Osten, wo jeden Moment – verdeckt von dicken Rauchschwaden – die Sonne aufgehen konnte. „Hör zu, ich erklär es dir in der nächsten Nacht, ja? Aber jetzt sei brav und komm mit.“
„Dein Wort drauf?“
„Wenn du dann endlich Ruhe gibst – von mir aus.“
Er verdrehte die Augen, als ich ihm wohl zu ungläubig erschien und malte sich mit einer theatralischen Geste ein Kreuz auf die Brust in Höhe des Herzens. „Absolutes Ehrenwort. Nun zufrieden? Dann komm endlich mit verdammt noch mal!“
Nun gut, ich würde ihm einfach mal glauben. Etwas anderes blieb mir wohl auch nicht übrig, denn wenn ich darauf bestand, dass er mir hier und jetzt erzählte, was ich wissen wollte, dann hatte ich wohl in wenigen Minuten nur noch ein Häuflein Staub als Gesprächspartner und das wäre wohl alles andere als redewillig.
Der Vampir hielt genau auf den Eingang des Informationszentrums zu. Er war versperrt – was um diese Tageszeit auch nicht anders zu erwarten gewesen war – doch das störte meinen Begleiter nicht. Er klopfte, dreimal kurz, einmal lang und nur wenige Augenblicke später öffnete sich die Türe einen Spalt.
Ich bemühte mich sehr, das kurze Gespräch, das der Vampir mit der Person an der Tür führte, nicht zu belauschen, konnte aber nicht ganz verhindern, dass ich Worte wie ‚Fellknäuel’, ‚Versteck’ und ‚Eric’ aufschnappte.
_________________
Alles Liebe
Petra



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BeitragVerfasst am: 03.03.2011, 14:23    Titel: Werbung



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