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Osomyr-Trilogie Band 2 22.05.2013




 
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Autor Nachricht
Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1282
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 23.05.2013, 18:27    Titel: Osomyr-Trilogie Band 2 22.05.2013

„Wo kommt denn der Sturm auf einmal her?“ Dimnar musste fast brüllen, um gegen den tobenden Wind anzukommen, der die Segel knattern ließ.
Der Seemann griff nach Sharanis Arm. „Das wissen wir selber nicht. Aber er ist nun mal da und nun geht hinunter, ehe ihr über die Reling gespült werdet.“
Wie auf Kommando schwappte eine Welle über das Deck und riss sie beinahe von den Beinen.
„Da stimmt doch was nicht“, murmelte Taris bei sich und tastet unter seinen Umhang. Keine Spur von Soltar! Wo war das Buch nur abgeblieben?
„Nun beeilt euch schon, der Sturm wird immer stärker!“
Zwei weitere Seeleute kamen hinzu und jeder schnappte sich einen der drei Freunde, um sie sicher zur Luke zu geleiten.
„Soltar!“, schrie Taris auf und versuchte sich zu befreien. „Ich habe ein Buch verloren, ich muss es unbedingt finden!“
„Kein Buch ist so wichtig, dass man dafür sein Leben riskiert.“
Unsanft wurde Taris die Treppen hinunter geschoben. „Geht zu euren Eltern und bleibt dort!“
Das war eindeutig ein Befehl. Kaum hatte sich jedoch der Matrose wieder umgedreht, um zurück an Deck zu eilen, da wandte sich auch Taris um.
„Wo willst du hin?“, wollte Sharani wissen und klammerte sich an seinen Arm.
„Soltar – es ist verschwunden!“
„Was? Bist du sicher? Vielleicht hast du es ja einfach in der Kajüte gelassen?“
„Taris, wir können nicht nach oben. Du hast doch gesehen, was da los ist!“ Auch Dimnar griff nach dem Arm des Freundes.
„Aber Soltar ist dort irgendwo!“
„Das weißt du doch gar nicht!“
„Doch, ich bin mir sicher, dass es unter meinem Umhang war, ehe wir nach oben gegangen sind.“
Er versuchte sich aus dem Griff seiner Freunde zu winden, als das Schiff zu schlingern begann und in ein Wellental kippte. Taris, Dimnar und Sharani wurden durch den Gang geschleudert und krachten gegen eine Kajütentür.
„Was fällt euch ein? Seid ihr des Wahnsinns!“, brüllte eine Stimme, als die Türe aufgerissen wurde und ein wohlbeleibter Kaufmann beinahe über sie stolperte, als er die Kajüte verlassen wollte. Zornig blickt er auf die Drei herab. „Seht zu, dass ihr verschwindet! Als ob der Sturm nicht schon schrecklich genug wäre! Los, macht Platz! Oder soll ich euch Beine machen?“
„Dimnar! Sha’rany! Taris! Rasch, kommt herüber!“
Tcha’rons Stimme drang durch das Chaos, das sich mehr und mehr ausbreitete. Zimmertüren wurden aufgerissen und panische Menschen liefen kreuz und quer durch die engen Gänge. Sie bemerkten nicht einmal, dass sich unter ihnen ein Kobold bewegte und als der nächste Brecher das Schiff erfasste und mit sich riss, purzelten etliche Personen durcheinander. Auch Tcha’ron wurde umgerissen, gerade als er die drei Freunde erreicht hatte.
„Aua, Taris! Nimm dein Knie aus meinem Rücken“, keuchte er und es gelang ihm gerade noch sich an einem Geländer festzuhalten, als sich das Schiff erneut zur Seite legte.
Der junge Magier hatte weniger Glück. Der neuerliche Ruck ließ ihn quer durch das Schiff schlittern, wobei er noch ein paar Leute mitriss und ehe er sich versah, fand er sich am Boden wieder. Jemand trat ihm auf die Hand und quetschte ihm dabei die Finger, überall waren hektische Schritte, Stimmen riefen durcheinander und immer wieder kippte das Schiff und fiel in ein weiteres Wellental.
„Taris!“ Tcha’rons Stimme drang erneut an sein Ohr. „Macht dass ihr wegkommt! Ihr zerquetscht den armen Burschen noch.“
Taris wurde an den Schultern gepackt und auf die Beine gestellt. Just in diesem Moment war ein lautes Krachen und Bersten zu hören, gefolgt von einem mehrstimmigen Aufschrei. Befehle wurden auf Deck gebrüllt und das Gedränge in den Gängen schien noch zuzunehmen.
„Wo ist Sharani?“, wollte er von Tcha’ron wissen. „Und Dimnar?“
„Sindamel ist bei ihnen. Komm, wir müssen hier raus, ehe der Kahn sinkt.“
Der Kobold bahnte sich einen Weg durch die hysterische Menge und versuchte, zur Treppe zu gelangen.
„Soltar fehlt noch! Ich habe es verloren und es mag kein Wasser!“
„Das Buch kann auf sich aufpassen, Taris. Es wird schon einen Weg finden.“
Immer wieder wurden sie geschubst und gestoßen. Mehrmals drohte der junge Magier zu stolpern oder einfach überrannt zu werden. Es war ihm zuvor nie aufgefallen, wie viele Passagiere tatsächlich an Bord waren. Nur Tcha’ron war es zu verdanken, dass er in diesem Chaos nicht unterging.
Später wusste Taris nicht mehr genau, wie sie es bis an die Reling geschafft hatten. Der Hauptmast der Celegorm war gebrochen und hatte etliche Seeleute über Bord gerissen.
Die Panik an Bord war hier oben nicht geringer als unter Deck. Einige Passagiere klammerten sich ängstlich an allem fest, was sie zu fassen bekamen, andere liefen ziellos umher, wieder andere waren vor Schreck wie erstarrt.
Als Tcha’ron endlich Sindamel mit seinen Schützlingen entdeckt hatte, kündigte ein unheilvolles Knirschen an, dass auch der zweite Mast bald ein Opfer des Sturms werden würde und die allgemeine Panik schien noch zuzunehmen.
Mehr noch als die Schreie der anderen Passagiere, das Toben des Sturms und das Knirschen der Holzplanken erschreckte Taris das Lachen, das er mit einem Mal direkt in seinem Kopf hörte. Er kannte dieses Geräusch, das einem wie Eis in die Glieder fuhr und einen förmlich erstarren ließ. Schon einmal hatte er es gehört – in den Höhlen hinter dem Wasserfall, als sie gerade versucht hatten, dem Sturmdämon zu entkommen.
„Pazuzu“, hauchte er entsetzt, was von niemandem wahrgenommen wurde. Hektisch drehte er den Kopf und wäre beinahe über Bord gespült worden, als ein gewaltiger Brecher über dem Schiff zusammenschlug. Tcha’ron gelang es gerade noch, ihn zu packen und festzuhalten.
„Taris, pass doch auf!“, schimpfte er und zog ihn mit aller Kraft zurück, während er sich selbst ans Holz der Reling klammerte.
„Es ist der Sturmdämon!“, rief der Magier gegen das Unwetter an. „Er hat uns gefunden! Nur unseretwegen wird das Schiff sinken!“
Tcha’rons Antwort ging im Krachen unter, als der zweite Mast brach und Sindamel und die beiden anderen nur um wenige Schritte verfehlte.
Blitze zuckten zwischen den Wolken und erhellten spärlich den bleigrauen Himmel. Von der Küste war nichts mehr zu sehen, allerdings wusste Taris auch nicht, ob das an der Dunkelheit lag, oder ob der Sturm das Schiff wieder weit aufs offene Meer hinaus getragen hatte.
Ein vielstimmiger Aufschrei ließ ihn den Kopf wenden und nun sah er den Pazuzu auch. Das gewaltige Wesen hob sich kaum von den Wolken ab, nur die roten Augen glühten grell. Es hatte die Hände erhoben und schien Taris geradewegs anzustarren.
<Wo ist das Buch?>, dröhnte seine Stimme im Kopf des jungen Magiers und übertönte damit die angstvollen Schreie und den tosenden Sturm.
„Ich weiß es nicht!“, brüllte Taris zurück. „Aber selbst wenn ich es wüsste, würde ich es dir nicht sagen!“
Das erneute Lachen des Dämons ließ die Celegorm erbeben und an der Reling vor Tcha’ron und Taris begann das Holz zu splittern. Erste Risse zeigten sich.
„Verdammt! Der reißt das Schiff auseinander!“, fluchte Tcha’ron und schnappte sich Taris. Er umklammerte ihn einfach mit einem Arm und bahnte sich mit dem anderen einen Weg durch die Menge.
„Wir müssen ans Heck – oder an den Bug!“, versuchte er seinem Schützling zu erklären, der sich zunächst gegen den Griff des Kobolds wehrte.
„Wenn ich ihn überzeugen kann, dass Soltar nicht hier ist, verschont er das Schiff vielleicht!“, rief Taris aus. Er glaubte zwar selbst nicht unbedingt daran, aber er wollte, nein, er musste es einfach versuchen.
„Taris, das Ding ist vollkommen verrückt!“, antwortete Tcha’ron und löste seinen Klammergriff nicht einmal ein winziges Stück. „Das verschont das Schiff niemals, sieh es dir doch an! Das bricht jeden Moment auseinander!“
Wie auf Kommando bebte die Celegorm erneut, und als der nächste Brecher über das Deck hinwegspülte, fehlte anschließend ein großer Teil der Reling – samt den Leuten, die sich daran geklammert hatten.
<Das Buch, kleiner Hüter>, wandte sich der Pazuzu wieder an Taris. <Gib es mir und ich verschwinde>, lockte er.
„Ich habe es nicht! Es ist nicht mit auf das Schiff gekommen!“
<Lügner! Ich bin ihm ja gefolgt. Ohne das Buch hätte ich dich nie gefunden!>
Der Dämon bog sich vor Lachen, was reichlich grotesk aussah, schlug er doch weiterhin mit den gewaltigen Schwingen.
<Aber gut, dann geht gemeinsam mit ihm unter!>
Die Augen des Pazuzu leuchteten noch greller auf, ehe er im Sturzflug auf das arg gebeutelte Schiff herabstieß.
Ein Krachen. Ein Splittern. Vielstimmige Hilfeschreie. Die Celegorm kippte erneut – nein, sie zerbrach einfach, wie Taris mit seltsam stoischer Ruhe feststellte.
Wie in Zeitlupe registrierte er, dass die gewaltigen Kräfte des Dämons das Schiff wie ein Spielzeug zerfetzten. Er fühlte, wie sie stürzten, hörte Tcha’rons Stimme, die ihm einschärfte, ihn ja nicht loszulassen und beinahe hätte er gelacht. Der Kobold hielt ihn immer noch im Klammergriff – selbst wenn er hätte loslassen wollen, es wäre ihm nicht gelungen.
Erst als ihm ein Holzbalken den Arm aufriss, erwachte er aus dieser seltsamen Gelassenheit, die von ihm Besitz ergriffen hatte, doch da war es bereits zu spät. Eisiges Meerwasser schlug über ihm zusammen. Er sah Luftblasen aufsteigen, als er den Mund zu einem stummen Schrei öffnete und gleich darauf wurde es schwarz um ihn.
_________________
Alles Liebe
Petra



Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge
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BeitragVerfasst am: 23.05.2013, 18:27    Titel: Werbung



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