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Osomyr-Trilogie Band 2 24.10.2014




 
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Autor Nachricht
Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1366
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 24.10.2014, 17:50    Titel: Osomyr-Trilogie Band 2 24.10.2014

Die Sonne stieg immer höher, während sie auf Natans Rückkehr warteten und Taris wollte schon gar nicht mehr so recht daran glauben, als Dimnar ihn erneut anstieß. Eine Handvoll Menschen hatte sich ihnen genähert und musterte sie teils mit neugierigen, teils mit skeptischen Blicken.
Eigentlich nicht verwunderlich, wenn man bedachte, was für ein Bild sie boten. Die Kleidung zerrissen, die Haare von Sand und Salzwasser verklebt und alle mit einem mehr oder minder erschöpften Gesichtsausdruck mussten sie auf die Bewohner der Stadt fast wie Landstreicher wirken.
„Seid ihr die Schiffbrüchigen, die mit Natan gekommen sind?“, wollte ein älterer Mann wissen, dessen Haare über den Ohren wie Pinsel vom Kopf abstanden. Er trug abgewetzte Arbeitskleidung und sein Gesicht und seine Hände waren von Wind, Sonne und Regen gegerbt und rissig wie altes Leder.
Sindamel nickte und erwiderte freundlich: „Ja, das sind wir. Sagt, guter Mann, habt Ihr nicht eine Bleibe für uns? Ein Platz in der Scheune wäre vollkommen ausreichend und wir werden selbstverständlich für etwas Brot und einen Schluck Wasser arbeiten.“
Der Alte steckte mit zwei anderen Männern die Köpfe zusammen und begann zu flüstern. Schließlich richtete er sich wieder auf und sagte: „Natan hat uns erzählt, ihr hättet noch etwas Geld bei euch. Warum also wollt ihr arbeiten, um zu essen?“
Tcha’ron antwortete an Sindamels Stelle: „Wir sind nur auf der Durchreise, werte Herren und viel ist es nicht mehr, was wir besitzen. Deshalb wäre es uns lieb, wenn wir für Unterkunft und etwas zu Essen arbeiten dürften.“
„Nun, ich könnte jemanden brauchen, der mir etwas Brennholz schlägt.“ Der alte Mann überlegte ein wenig. „Dann müsste noch der Stall ausgemistet werden und im Obstgarten sind noch jede Menge Grenoskbäume abzuernten. Die Früchte sollen morgen auf den Markt. Wenn ihr diese Arbeiten tun wollt, bekommt ihr ein Lager im Heu, ein anständiges Essen und morgen kann ich euch mit nach Ardinlochs nehmen. Dorthin wolltet ihr doch, oder?“
Taris stöhnte innerlich beim Gedanken an Stallarbeit oder Obstpflücken, doch er widersprach nicht, als Sindamel nach einem kurzen Seitenblick auf Tcha’ron zustimmte. „Dieses Angebot nehmen wir gerne an.“
„Na dann kommt mal mit.“
Die Freunde folgten dem Alten, der sie zu einem Hof am Rande des Städtchens führte, wo Natan schon dabei war, gemeinsam mit Knechten einen Zaun zu reparieren.
„Dachte mir schon, dass ihr auf das Angebot eingehen werdet“, raunte er ihnen zu, als sie an ihm vorbeikamen. „Mit dem alten Hogan kann man reden und er ist sehr fair.“
Sindamel bedankte sich bei dem Seemann für die Vermittlung – dann trennten sich ihre Wege schon wieder. Tcha’ron übernahm das Brennholz, während Taris, Dimnar und Sharani in die Gärten geschickt wurde, um die Grenoskfrüchte zu ernten.
„Dein Bruder tut mir leid“, wisperte Taris Dimnar zu, während ihm die Sonne auf den Nacken brannte. „Den Stall auszumisten war immer meine schlimmste Strafarbeit.“
„Er wird es schon überleben“, raunte der Elb zurück und blickte sehnsüchtig die Frucht in seiner Hand an. So saftig und süß wie sie aussah, hätte er am liebsten hineingebissen. Immerhin hatte er seit gestern nichts Anständiges mehr zu Essen bekommen. Von dem ekeligen Algenzeug einmal abgesehen.
„Tu es nicht“, bat Sharani, die Dimnars Blick wohl gesehen hatte, und legte weitere Früchte in den großen Korb. „Bauer Hogan hat ja schon versprochen, dass wir noch etwas zu Essen bekommen werden.“
„Schon, aber wer weiß, wann das sein wird“, murrte Dimnar, warf die Grenoskfrucht dann aber in den Korb zu den anderen.
Als die Sonne sich senkte, hatten sie fünf große Körbe mit dem reifen Obst gefüllt und alle drei waren zum Umfallen müde.
Sie merkten kaum, was für Köstlichkeiten die Frau des Bauern für sie aufgetischt hatte: Frisches Brot, Obst, kaltes Fleisch und einen kräftigen Eintopf, der nicht nur wunderbar roch, sondern auch so schmeckte.
Tcha’ron und Sindamel amüsierten sich insgeheim über ihre drei jungen Gefährten, die wahllos das Essen in sich hinein stopften und dabei so aussahen, als kippten sie jeden Augenblick schlafend vornüber.
Auch der Bauer selbst schmunzelte vor sich hin und sein Gesicht legt sich dabei in viele kleine Fältchen.
„Ich glaube es wird höchste Zeit, dass ihr ins Bett kommt, Kinder“, sagte er schließlich und deutete auf die Scheune. „Marissa hat euch schon Decken bereitgelegt und es ist warm genug. Ihr werdet nicht frieren.
Sie bedankten sich für das Essen und anschließend verkrochen sich die Freunde im duftenden Heu, wo sie bis zum nächsten Tag tief und traumlos schliefen.

Am nächsten Tag regnete es in Strömen und Hogan ließ seine Gäste bis weit in den Vormittag hinein schlafen, ehe er in der Scheune auftauchte und sie, nachdem er sie geweckt hatte, fragte, ob sie denn tatsächlich mit nach Ardinlochs wollten.
„Das wird heute kein guter Markttag werden“, erklärte er ihnen, als alle halbwegs wach und ansprechbar waren. „Bei diesem Wetter ist nicht viel los.“
„Aber er findet trotzdem statt, oder?“ Dimnar unterdrückte ein Gähnen und sah durchs Scheunentor hinaus auf den Hof. Einige tiefe Pfützen hatten sich dort bereits angesammelt und verwandelten den Boden in klebrigen Morast.
„Der Markt findet immer statt, aber nachdem die Celegorm diesem Sturm zum Opfer fiel, somit etliche Handelsgüter nicht ankamen, und es nun obendrein wie aus Eimern gießt, werden sich etliche Händler überlegen, ob sie ihre Stände aufmachen werden, oder nicht.“
„Wir würden trotzdem gerne unser Glück versuchen.“
Sindamel hatte mit Tcha’ron einen Blick gewechselt und beide wussten, dass der andere dasselbe dachte: Sie waren schon einmal von Móguis Schergen aufgespürt worden und keiner konnte sagen, wie lange es dauern würde, bis ihnen die Nächsten auflauerten. Der schwarze Kaiser würde gewiss nicht lange brauchen, um festzustellen, dass weder das Buch der Welten noch dessen Hüter durch den Sturm vernichtet worden waren.
Der Alte zuckte nur mit den Schultern.
„Wie ihr meint. Ihr seid diejenigen, die sich erkälten werden.“
Er erhob sich mit dem Hinweis, dass im Haus ein spätes Frühstück auf sie warte und dass er sich in einer halben Stunde auf den Weg machen würde. Wenn sie mitkommen wollten, mussten sie bis dahin fertig sein.

Pünktlich trafen die Gefährten im Hof des Anwesens ein und halfen Hogan, den Wagen zu beladen, der von zwei kräftigen Krals gezogen wurde.
Als alles verstaut war, half Sindamel Sharani, Taris und Dimnar auf den Karren, wo sie es sich zwischen den Körben und Kisten, so gut es ging, gemütlich machten, während er sich mit Tcha’ron zu Hogan auf den Kutschbock schwang.
Die Fahrt nach Ardinlochs, die zum größten Teil durch die gewaltigen Wälder Kray’leras führte, verlief hauptsächlich schweigend, was nicht an Hogan lag, der sich sehr darum bemühte, seine Passagiere etwas aufzumuntern. Er zählte ihnen die Sehenswürdigkeiten der Hafenstadt auf, erklärte, welche Gasthäuser nicht überteuert waren und welcher Schneider ihnen zu günstigem Preis ihre Kleidung flicken würde, auf dass sie nicht weiter wie ein Haufen Landstreicher durch die Gegend ziehen mussten.
Hin und wieder antwortete Tcha’ron einsilbig auf die Reden des alten Mannes oder Sindamel bedankte sich für einen Ratschlag, doch als sie nicht weiter darauf eingingen, verstummte auch Hogan mehr und mehr und hing seinen Gedanken nach.
Eine halbe Ewigkeit später lichtete sich der Wald endlich und mit dem grünen Blätterdach verschwand auch der Regen, bis er schließlich ganz aufhörte.
Taris war mehr als froh über diese Begebenheit. Immerhin hatte er Soltar unter seinem Hemd bei sich und das Buch hasste es ja, nass zu werden.
Neugierig streckte er sich, um einen ersten Blick auf die Stadt zu erhaschen, die sich vor ihnen erhob. Bereits aus einiger Entfernung erkannte er die glänzende Kuppel eines prachtvollen Gebäudes, das die Stadtmauer um etliche Meter überragte.
„Die Markthalle“, erklärte Hogan, der sich bei der Bewegung hinter seinem Rücken umgedreht hatte und dem nun der bewundernde Blick des Knaben auffiel. „Dort haben die reichen Händler ihre Stände. Die anderen preisen ihre Waren rund um dieses Gebäude an, und wenn ich euch einen Rat geben darf – ihre Waren sind genauso gut wie die der Reichen.“

„Vielen Dank, dass Ihr uns mitgenommen habt“, bedankte sich Sindamel im Namen aller, als sie endlich das Stadttor passiert hatten und am Rand des öffentlichen Marktplatzes standen. Die Wachen am Tor hatten keinerlei Notiz von ihnen genommen, sondern hatten den Bauern und seine Begleiter einfach durchgelassen.
Sindamel wollte Hogan einen Magelin zustecken, doch der Bauer lehnte ab.
„Behaltet euer Geld. Ihr werdet es noch brauchen, denke ich. Außerdem habt ihr euch Unterkunft, Verpflegung und die Fahrt verdient. Alles Gute auf eurem Weg.“
Etwas verdutzt blieben die Freunde zurück, als sich der alte Mann einfach abwandte und in einem der Gebäude verschwand, um sich eine Handelsgenehmigung für sein Obst zu holen.
„Und was nun?“, brach Sharani nach einiger Zeit das Schweigen. „Wohin gehen wir jetzt? Wir kennen uns hier ja gar nicht aus.“
„Wir werden uns umsehen. Bleibt bitte zusammen, und wenn jemand etwas genauer sehen will, sagt er es bitte, dann gehen alle gemeinsam dorthin, verstanden?“
Tcha’ron sah ernst in die Runde und sein Blick verharrte besonders auf Taris und Dimnar. „Keine Extratouren, es ist zu gefährlich.“
„Wir unternehmen doch nie etwas auf eigene Faust“, rechtfertigte sich Dimnar und Taris fügte hinzu: „Oder nur dann, wenn wir keine andere Wahl haben.“
<Oder euch ein anderer, dringender Grund einfällt>, drang Soltars vergnügte Stimme in Taris’ Gedanken, der daraufhin prompt ein wenig rot wurde.
„Ich meine es ernst, Taris.“ Tcha’ron war die leichte Röte im Gesicht des jungen Magiers nicht entgangen. „Wir haben nicht die Zeit, hier stundenlang nach einem von euch zu suchen, nur weil der mal eben etwas ansehen wollte.“
„Wir bleiben zusammen“, bestätigte Taris nachdrücklich und reichte Tcha’ron zur Bekräftigung die Hand, die von dem schmunzelnden Kobold sachte gedrückt wurde.
„Dann los. Sehen wir uns um und versuchen wir diesen Schneider zu finden, den uns Hogan empfohlen hat.“
Sindamel führte die kleine Gruppe an und Tcha’ron spielte das Schlusslicht. Sie wollten lieber auf Nummer sicher gehen. Natürlich trauten sie ihren jungen Freunden, aber da sich das Wetter gebessert hatte, waren – der Aussage des Bauern zum Trotz – doch etliche Leute unterwegs. Hauptsächlich Menschen und ein paar Elben, vereinzelt auch ein Za’schenu, sodass Tcha’ron keine große Aufmerksamkeit auf sich zog.
Je weiter sie in den eigentlichen Marktbereich eindrangen, umso aufregender wurde es für Taris.
Er kannte Märkte bisher nur im kleinen Stil: Ein paar Bauern, die ihr Obst und ihr Gemüse direkt von ihren Karren herab verkauften und dann und wann ein fahrender Händler, dessen exotische Waren jedes Dorfkind, und auch viele der Erwachsenen, zum Staunen brachten.
Hier jedoch gab es an jeder Ecke etwas anderes zu sehen und Taris bekam den Mund nicht mehr zu. Überall schillerten bunte Wimpel und Banner, teilweise mit Wappen versehen, aus allen Richtungen drang fremd klingende Musik, klirrte Metall auf Metall, stritten und feilschten die Leute um gute Preise.
Kostbares Tuch wurde genauso gehandelt, wie wertvolles Geschmeide und hübsch bemaltes Porzellan. Ein Waffenschmied bot verschiedenste Hieb- und Stichwaffen an. Gegenüber fertigte ein weiterer Schmied in mühevoller Kleinarbeit aus Tausenden von kleinen Ringen kunstvoll verflochtene Kettenhemden.
Würzige Gerüche lagen in der Luft und als Taris neugierig einem besonders verführerischen Duft nachschnupperte, begann er prompt zu niesen, was wiederum Dimnar zum Kichern brachte.
„Trehmholz“, erklärte er leise. „Riecht zwar gut, kitzelt aber fürchterlich in der Nase, wenn man es zu tief einatmet. Es gibt kein besseres Mittel, um andere zum Niesen zu bringen.“
„Sollte man sich merken.“ Taris unterdrückte ein weiteres Niesen und beeilte sich dann, Sindamel zu folgen, der mit Sharani schon ein gutes Stück voraus war.
Tcha’ron folgte den beiden und unterdrückte ein Grinsen. Er hatte schon ernsthaft überlegt, ob er seine Schützlinge schieben sollte, als Taris an dem Kräuterstand stehen geblieben war, doch er konnte die beiden Burschen auch verstehen. Es gab so vieles, das sie noch nicht kannten und vielleicht auch nie kennenlernen würden. Er selbst war zwar schon weit herumgekommen auf der Flucht vor seinem Bruder, doch auch ihm war noch einiges fremd und dieser Markt war unbestreitbar faszinierend.
Vor einem Stand mit verschiedensten Lederwaren blieb Sindamel schließlich stehen.
„Wir sollten uns ein paar Wasserschläuche besorgen“, sagte er halblaut zu seinen Begleitern, die ihm nickend zustimmten.
Rasch waren für jeden ein Trinkschlauch und ein kleiner Lederbeutel gekauft, der als Provianttasche dienen sollte.
_________________
Alles Liebe
Petra



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BeitragVerfasst am: 24.10.2014, 17:50    Titel: Werbung



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Alexandra



Anmeldungsdatum: 19.06.2010
Beiträge: 582
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 24.10.2014, 21:08    Titel:

Danke für den nächsten Teil, liebe Petra.
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