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Hunter: 31.08.2011




 
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Autor Nachricht
Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1262
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 31.08.2011, 14:37    Titel: Hunter: 31.08.2011

Ich hoff ihr habt es noch nicht so arg vermisst... Irgendwie komm ich momentan nicht wirklich dazu.



Ein wenig peinlich war es mir zwar schon, doch wenn sie unbedingt die Sammlung meiner Jugenderinnerungen sehen wollte – warum nicht? Ich schob ihr die Schachtel hinüber und sah zu, wie sie den Deckel hob.
Drinnen herrschte gar nicht das Chaos, das ich zunächst erwartet hatte. Anscheinend hatte ich sie in einem Anflug von Ordnungswahn tatsächlich einmal aufgeräumt und sortiert. Zuoberst lag der obligatorische Baseballhandschuh. Fast jeder Junge in meiner Straße hatte einen besessen und ich gehe jede Wette ein, dass die meisten ihn immer noch in einem Winkel ihres Schrankes aufbewahren, um ihn eines Tages an ihren Sohn weiterzugeben.
Siv verzog keine Miene, als sie ihn sich überstreifte und schließlich wissen wollte: „Hast du gespielt?“
„Ich war nie in einem Team, wenn es das ist, was du wissen willst. Aber mit meinen Freunden – klar. Macht doch jeder.“
„Wenn du das sagst.“
Während ich noch darüber nachdachte, ob Siv wohl jemals Baseball gespielt hatte, streifte sie den Handschuh wieder ab und griff nach dem nächsten Teil in der Schachtel. Es war ein mit Gummiband ordentlich verschnürtes Päckchen Footballkarten, dem sie nicht sonderlich viel Beachtung schenkte. Es folgten ein kleines Einsteckbuch für Baseball-Autogrammkarten, ein paar alte Tickets für diverse Eishockeyspiele der Colorado Rockies und schließlich ein Stapel Fotos, der sie sichtlich mehr interessierten, als der Kram zuvor.
„Bist du das?“, wollte sie wissen und deutete auf einen etwa zehnjährigen Knirps, der in kurzen Hosen und mit aufgeschrammten Knien, die Finger zum Victory-Zeichen erhoben, in die Kamera strahlte.
Ich lehnte mich vor um besser sehen zu können, ehe ich nickte. „Ja, da haben wir gegen die Jungs der anderen Straße gewonnen. War ein großer Tag und hat mir glaube ich eine Woche Stubenarrest eingebracht.“
„Wieso das?“
„Naja, meine Mutter war der Meinung, dass es keine besonders große Leistung sei, wenn sich Jungs gegenseitig mit Steinen bewerfen.“
„Wo sie Recht hat, hat sie Recht.“
„Hey, die haben uns doch zuerst den Krieg erklärt.“ Ich zwinkerte Liv zu, doch sie hatte sich schon dem nächsten Bild gewidmet. Mit gemischten Gefühlen beobachtete ich, wie sie sich jedes Foto ansah. Ab und zu kommentierte ich die Bilder, doch da sie sich nicht dazu äußerte, unterließ ich es irgendwann. Besonders peinlich waren mir die Fotos, auf denen ich mit Mädchen zu sehen war.
Endlich war sie fertig und ich nahm mir die Fotos selber vor, hatte ich doch die eine oder andere Aufnahme entdeckt, die Erinnerungen in mir weckte. Ganz in selbige vertieft dauerte es ein wenig bis ich realisierte, dass Siv noch etwas aus der Schachtel geholt hatte. Es war in braunes Packpapier gewickelt und als sie es vorsichtig löste, kam ein altes Buch zum Vorschein.
„Was ist das denn?“
Der Schock ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Das Buch... das Buch das mich beinahe das Leben gekostet hatte und das die Schuld an meiner misslichen Lage trug.
Es war kleiner, als ich es in Erinnerung hatte, vielleicht so groß wie eines dieser Donald Duck Taschenbücher, aber dicker und in Leder gebunden. Die Ränder waren abgestoßen und vergilbt und ein Band war fest darumgewickelt, dass es sich nicht von alleine öffnete.
„Wie... ich versteh das nicht“, stammelte ich und griff nach dem Buch. „Ich dachte ich hätte es verloren. Verflucht, wenn Eric das wüsste!“
Er würde mich ungespitzt in den Boden rammen, wenn er davon erfuhr. Da lag das verdammte Buch vor mir, das er gesucht hatte. Ich hatte es die ganze Zeit über besessen!
„Damien? Was ist das für ein Buch? Und was hat Eric damit zu tun?“
Siv klang interessiert, aber nicht alarmiert oder aufgeregt. Verwundert vielleicht, weil mir der Anblick dieses Buches derart zu schaffen machte. Ich war so durcheinander, dass ich ihr ohne zu überlegen antwortete: „Eric glaubt, das könnte der Kodex sein.“
Sie zog eine Augenbraue hoch und wollte mir das Buch aus der Hand nehmen. Als ich es nicht gleich losließ, entriss sie es mir förmlich mit einem kräftigen Ruck.
„Der Kodex? Nein, das glaube ich nicht. Dafür ist es nicht alt genug.“
„Lass das! Es ist meins! Wegen diesem Drecksding bin ich überhaupt hier – es hat mir mein Leben zerstört!“
Ich hatte nicht gemerkt, dass ich aufgesprungen war und Siv bedrohlich anfunkelte. Die ganze aufgestaute Aggression der letzten Tage bahnte sich schlagartig einen Weg nach draußen und ich fühlte den Wolf in mir toben.
„Damien beruhige dich. Ich wollte es dir doch gar nicht wegnehmen...“ Siv starrte mich erschrocken an und hatte sich instinktiv geduckt, doch es reichte nicht aus, mich wirklich zu besänftigen.
„Du hast doch selbst gar keine Ahnung, was das ist! Wie ich mich fühle! Es interessiert dich doch gar nicht!“, knurrte ich sie an und spannte jeden Muskel meines Körpers, als wolle ich sie anspringen. Der Lärm des Schiffes dröhnte fast noch lauter als sonst in meinen Ohren, die Luft schien zum Schneiden dick und die Hitze lockte den Wolf mehr und mehr. Er wollte raus, wollte dem Abhilfe schaffen. Jetzt. Sofort. Was waren schon diese paar Menschen hier? Sie bedeuteten nichts. Absolut nichts.
Ein unmenschliches Knurren kam aus meiner Kehle, mehr schon ein tierischer Laut, als menschliche Stimme und ich hätte mich sicherlich auf die Frau, die auf der anderen Seite des Tisches kauerte, gestürzt, wäre ich nicht von zwei eiskalten, schraubstockartigen Händen gepackt worden. Ein stechender Schmerz in der rechten Schulter folgte.
Wütend warf ich mich herum. Keiner durfte so mit mir umspringen und erst recht kein stinkender Blutsauger – doch ich kam nicht weit. Die Wände begannen erst zu schwanken, dann kamen sie mir entgegen und als ich schließlich unsanft Bekanntschaft mit dem Boden geschlossen hatte war mein Denken wieder klar genug, die Stimmen um mich herum differenziert wahrzunehmen.
„Bist du sicher, dass du die richtige Dosis erwischt hast?“
Ich glaubte, Bjorns Stimme zu erkennen und wenn mich nicht alles täuschte, dann klang er tatsächlich besorgt.
„Was ein Nashorn lahmlegt, das bringt auch einen Wolf zum Schlafen.“
„Ich meinte auch eher, ob es nicht ein wenig zuviel war. Immerhin ist an dem Kleinen nicht allzu viel dran.“
Na danke... das war also ihr toller Plan gewesen. Zumindest schien er aufzugehen, denn mir fiel es immer schwerer, der Unterhaltung zu folgen. Die Augen konnte ich bereits nicht mehr offen halten und auch Gunnars Antwort – nachdem er mit seinen kalten Fingern nach meinem Puls getastet hatte – drang nur noch wie in Watte gepackt zu mir durch.
„Er wird es überleben.“
_________________
Alles Liebe
Petra



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BeitragVerfasst am: 31.08.2011, 14:37    Titel: Werbung



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