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Hunter: 19.01.2012




 
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Autor Nachricht
Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1262
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 19.01.2012, 17:35    Titel: Hunter: 19.01.2012

So, da wären wieder ein paar Zeilen für die Leser, die mit der Legende von Osomyr nichts anfangen können. (Natürlich auch für die, die beides lesen Wink )




Die Insel, auf der wir gestrandet waren, Somerset Island, war vollkommen menschenleer. Keine Häuser, keine Straßen, nichts. Dafür lag hier tatsächlich noch stellenweise Schnee, wie ich im Schein meiner Taschenlampe feststellen konnte. Die Tatsache, dass wir Hochsommer hatten, war hier an diesem gottverlassenen Ort wohl noch nicht angekommen. Bjorn hatte uns in einem großen Bogen an Baffin Island vorbei mitten ins Herz von Nunavut gebracht, dem nördlichsten Teil Kanadas.
Der Wind pfiff hier derartig kalt, dass ich fröstelnd meine Jacke öffnete und Shannon mit darunter steckte. Das Gesicht der Kleinen war schon ganz rot und sie fühlte sich sichtlich unwohl, was sie nach einer Weile auch unmissverständlich kundtat, indem sie ‚heim’ jammerte. Und ich hatte noch gehofft, sie würde rasch wieder einschlafen...
„Wir bleiben nicht lange hier“, sagte Bjorn auf meinen fragenden Blick hin. „Mit dem U-Boot kommen wir hier nicht mehr weiter.“
„Also werden wir nun was tun?“
„Es ist nicht besonders weit bis nach Fort Ross, dort werden wir fürs erste unterkommen“, antwortete der Vampir nur und stapfte auch schon los. Kaum zu glauben, dass es in dieser verlassenen Gegend ein Fort geben sollte.
„Und wie geht es danach weiter?“, wollte ich wissen, während ich mich Siv anschloss, die mir meine Reisetasche abgenommen hatte, damit ich Shannon besser tragen konnte.
„Dann warten wir.“
Hatte ich ernsthaft eine aussagekräftigere Antwort erwartet? Genau genommen ja, aber ich hätte es wissen müssen. Missmutig folgte ich ihm, während Gunnar und die beiden restlichen Kameraden, Petter und Niels, sich mit schwererem Gepäck abmühten. Naja, genau genommen mühten sich die beiden Männer ab – der Vampir dagegen sah nicht so aus, als bereite ihm die riesige Tasche, die er trug, irgendwelche Probleme. Was er wohl darin herumschleppte? Kanister mit vampirischem Dosenfutter? Oder bevorzugten sie Frischnahrung?
Alleine der Gedanke an einen, mit Kühlakkus frisch gehaltenen, Menschen in der Tasche ließ ein Kichern in meiner Kehle aufsteigen, das nur schwer zu unterdrücken war.

Das Lachen sollte mir allerdings rasch vergehen. Es war schon interessant, was dieser Blutsauger als ‚nicht besonders weit’ definierte. Ich verstand darunter etwas, das maximal eine halbe Stunde Fußmarsch bedeutete – bei Bjorn waren es etwa dreieinhalb Stunden. Umso erleichterter waren wir, als er schließlich verkündete, dass wir unser Ziel gleich erreicht hätten. Das Fort läge hinter dem nächsten Hügel.
Ein wenig wunderte ich mich ja schon. Ein Fort, das war in meinem Augen etwas Großes, Mächtiges. Etwas, das sich sicherlich nicht einfach so hinter einem dieser niedrigen Hügelchen, die es hier gab, verstecken konnte. Allerdings hatte ich dann auch nicht damit gerechnet, dass dieses Fort nichts weiter als eine baufällige Holzhütte war, die einst von der Hudson’s Bay Company errichtet und schon längst wieder verlassen worden war.
„Gemütlich“, kommentierte ich das Erscheinungsbild und der sarkastische Tonfall meiner Stimme war beim besten Willen nicht zu überhören.
„Oh du darfst auch gerne draußen nächtigen, wenn dir das lieber ist, Pelzie.“
„Danke, ich verzichte.“
Täuschte ich mich oder funkelte da Belustigung in den Augen des Vampirs?
„Nein? Schade, so einen Wachhund hätten wir brauchen können.“
Das war eindeutig – er machte sich über mich lustig. Mit einem abfälligen Schnauben stapfte ich an ihm vorbei auf die offene Türe zu und verschwand im Inneren des Hauses.
Drinnen sah die Hütte noch schlimmer aus als von außen – hier war wirklich schon lange niemand mehr gewesen. Das Inventar moderte vor sich hin und überall waren Spinnweben, Staub und Mäusedreck. Im Hauptraum stand vor einem leeren Bücherregal ein ramponierter Sessel, dessen Füllung über den gesamten Boden verteilt war. Ein zweiter, in nicht minder besserem Zustand befand sich in der anderen Ecke. Der Wind pfiff durch die Ritzen im Fensterrahmen – aber wenigstens war es hier drinnen nicht mehr ganz so kalt wie draußen.
Shannon begann wieder zu zappeln und wollte unbedingt auf den Boden. Nach einer Weile gab ich ihrem Drängen nach. Kaputt machen konnte sie hier schließlich nichts, also würde ich nur darauf achten müssen, dass sie nichts was sie hier fand in den Mund steckte.
Während sich meine Kleine begeistert auf Entdeckungstour in dem spärlich beleuchteten Raum begab, half ich Siv und Petter dabei ihn halbwegs bewohnbar zu machen. Sollte heißen, wir räumten den ganzen Müll auf eine Seite des Raumes, fegten mit einem improvisierten Besen ein wenig durch und breiteten dann die Schlafsäcke auf dem saubersten Teil des Bodens aus.
Niels klapperte in der kleinen Küche der Hütte mit irgendetwas herum und veranstaltete dabei einen Höllenlärm, während Bjorn und Gunnar sich in den angrenzenden Raum zurückgezogen hatten und dort mit dicken, lichtundurchlässigen Planen sämtliche Fensteröffnungen abdichteten. Das also war in der großen Tasche gewesen... Die beiden Vampire nahmen meinetwillen ein wirklich großes Risiko in Kauf, wie mir nur langsam klar wurde. Wo hätten sie sich tagsüber verkriechen sollen, wenn es hier nicht dieses Pseudo-Fort gegeben hätte? Vermutlich war Bjorns Wahl auch aus diesem Grund auf Sommerset Island gefallen und mir gefiel der Gedanke nicht sonderlich, mit jedem Tag, der verging, noch tiefer in die Schuld der Blutsauger zu geraten. Das konnte ich doch nie im Leben wieder gutmachen – außer ich fand diesen verfluchten Kodex.
_________________
Alles Liebe
Petra



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BeitragVerfasst am: 19.01.2012, 17:35    Titel: Werbung



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