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3. Dezember 2010




 
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Autor Nachricht
Zabanja



Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 1262
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 03.12.2010, 01:00    Titel: 3. Dezember 2010

Da ich die nächsten paar Tage wohl eher nicht zum posten komme, stell ich den nächsten Abschnitt ein bisschen früher ein und auch ein bisschen mehr als gestern. Wink
Viel Spaß.


Fassungslos las ich diesen Brief mehrere Male, der eindeutig an mich adressiert war. Wer sonst sollte mit ‚Fellknäuel’ gemeint sein? Ich drehte ihn nach allen Seiten, suchte nach einer Unterschrift, doch nichts. Es gab keinen Hinweis auf den Verfasser dieser Nachricht, der auf so unheimliche Weise über mich Bescheid zu wissen schien.
Ich kämpfte mit mir selbst, unschlüssig, was ich nun tun sollte. Die beiden gefalteten Zettel stellten sich als amtliche Dokumente heraus. Das eine war die Geburtsurkunde des Kindes. Die Kleine – es war tatsächlich ein Mädchen – war erst ein paar Monate alt und hörte auf den Namen Shannon, doch auf den zweiten Blick stellte ich fest, dass das nicht die Originalurkunde sein konnte, denn in dieser hier war ich als Vater eingetragen! Der Name der Mutter war mir völlig unbekannt.
Das zweite Papier war die Todesurkunde meiner mir unbekannten Frau. Praktisch, so würde ich nie in die Verlegenheit kommen erklären zu müssen, wo ihre Mommy war. Wer immer sich die Mühe gemacht hatte, diese Dokumente zu fälschen, er hatte sich wirklich Gedanken gemacht.

Leider half es mir nicht weiter. Im Gegenteil, ich hatte nun wirklich ein Problem am Hals. Sollte ich es wagen und doch einfach gehen? Oder ließ ich mich auf dieses Abenteuer ein, nahm die Kleine bei mir auf und wartete ab, was dieser Fremde von mir wollte? Vielleicht nahm er sie ja doch wieder mit, wenn er merkte, dass das absolut nichts für mich war.
Wobei sich mir gleich die nächste Frage aufdrängte. Wenn er mich schon beobachtet hatte, wieso hatte ich ihn dann erstens nicht bemerkt und zweitens: Warum hatte er mich am Leben gelassen? Warum hatte er die Eltern dieses kleinen Würmchens nicht auch einfach gerettet? Sie gewarnt, damit sie wenigstens den Hauch einer Chance hatten...
Es vergingen noch einige Minuten, in denen ich mit mir selbst rang, doch schließlich griff ich nach der Kleidung, zog mich an und überlegte dann, wie ich gleichzeitig das Gepäck und das Baby tragen konnte. Irgendwie hing ich an meinem Leben und wenn dieser Fremde schon keine Angst vor einer Kreatur wie mir zu haben schien, dann hatte er gewiss einen guten Grund dafür. Schließlich stopfte ich den Brief samt Urkunden in die Brusttasche des Hemdes und sah mir nochmals das Sammelsurium an Babysachen an.
Nach einigem Probieren steckte ich die Tasche mit der Babynahrung in das Tragekörbchen. Die Kleine würde das schon kurze Zeit aushalten, schließlich war das Kind nicht aus Zucker. Dann klemmte ich mir das Windelpaket unter den einen Arm, griff mir das Köfferchen und nahm die Tragetasche mit dem Baby auf, um rasch, aber trotz allem vorsichtig, den Heimweg anzutreten.

Ich weiß nicht mehr so recht wie ich es schaffte, mit sämtlichen Taschen und dem Baby ungesehen nach Hause zu gelangen. Nur eines weiß ich noch ganz genau: Ich war froh, diesen Ort des Grauens hinter mir zu lassen. Alleine schon die klare, frische Morgenluft war ein Genuss.
Zurück in meiner Blockhütte stellte ich die Babytragetasche auf den Boden und warf den anderen Kram zunächst aufs Sofa, auf dessen Rand ich mich niederließ und nachdenklich das winzige Wesen betrachtete, das mich aus großen, blauen Augen anschaute.
Für wen mich die Kleine wohl hielt? Papa? Onkel? Großer Bruder? Ob sie ahnte, dass ich ein Monster war? Das Monster, das ihre Eltern auf dem Gewissen hatte? Wenn sie nur nicht so niedlich gucken würde.
‚Damien, du steckst verdammt tief in der Scheiße’, dachte ich bei mir und überlegte fieberhaft, was ich als nächstes tun sollte. Ich konnte das Kind nicht behalten, das war absolut unmöglich. Immerhin hatte ich einen Job. Wo sollte ich Shannon – wow, ich konnte mir bereits ihren Namen merken – denn in dieser Zeit unterbringen? Zum Glück hatte ich wenigstens heute meinen freien Tag. Was sollte ich überhaupt den Leuten hier erzählen, wo das Baby auf einmal herkam? Obendrein war da noch dieses klitzekleine Problem meines Werwolfswesens. Die Kleine hatte bei mir vermutlich kaum Überlebenschancen.
Fragen über Fragen und als ob das nicht schon stressig genug gewesen wäre, fing das Baby just in diesem Moment wieder an zu quengeln. Ich muss gestehen, ich war ratlos. Zunächst versuchte ich es wieder mit dem Schnuller, doch den spuckte sie jedes Mal sofort wieder aus. Danach hob ich die Tasche leicht an und schaukelte sie ein wenig, doch auch das half nichts.
Nach einigem Grübeln kam ich zu dem Schluss, dass es nur noch zwei Möglichkeiten gab: Entweder, sie hatte Hunger oder – und das trieb mir bereits jetzt kalten Schweiß auf die Stirn – sie brauchte eine neue Windel. Keine Ahnung, wie man so was machte, ich traute mich ja noch nicht mal, das winzige Etwas anzufassen. Es sah so klein und zerbrechlich aus... was, wenn ich zu grob mit ihm war?
Langsam bekam ich Ohrenschmerzen von dem Geschrei, während ich mich für die erste, mir wesentlich angenehmere Möglichkeit entschied und auf der Packung mit der Babynahrung nach einer Gebrauchsanweisung suchte.
Ich redete auf Shannon ein, die in ihrem Körbchen plärrte, erzählte ihr irgendwas, was mir so einfiel. Wie dämlich ich meinen Chef fand, wie grausam sein Aftershave roch, die letzten Witze, die mir Stan erzählt hatte, obwohl die eigentlich nicht jugendfrei waren, doch in dem Fall war das ziemlich egal. Ich erzählte von meinen Eltern, meinem Lieblingsessen, meinem Hund, der vor fünf Jahren gestorben war... einfach alles, was mir in den Sinn kam, in der Hoffnung, sie würde aufhören und suchte nach einem Topf, in dem ich Wasser kochen konnte. Schließlich war der Topf gefunden und schon stand ich vor einem neuen Problem: Wieviel Wasser brauchte ich nun? Ich hatte keinen Messbecher. Bis mir endlich die glorreiche Idee kam, das Fläschchen als Maß zu verwenden, war ich bereits dem Wahnsinn nahe. Würde das von nun an ewig so weitergehen? Jeden Tag dieses Geplärre? Nein, ich konnte dieses Kind beim besten Willen nicht behalten.
Endlich kochte das Wasser und ich füllte mit zitternden Fingern das Milchpulver in die Flasche, besser gesagt, ich versuchte es. Verdammt war das schwer. Warum konnte man nicht Fläschchen herstellen, deren Hals weit genug war, um das Zeug problemlos einzufüllen? Erst einige Tage später sollte ich auf die gloriose Idee kommen, doch einfach den beiliegenden Trichter zu benutzen, dessen Verwendungszweck mir zu diesem Zeitpunkt noch ziemlich schleierhaft war.
Das kochende Wasser kippte ich mir natürlich auch prompt erst mal über die Finger und je länger Shannon schrie, umso nervöser wurde ich, was die ganze Sache zusätzlich erschwerte.
Irgendwie schaffte ich es dann aber doch und ich war sogar klug genug zu bedenken, dass so ein frisch zubereitetes Fläschchen für einen Säugling einfach zu heiß war. Ein Topf kaltes Wasser brachte da rasch Abhilfe, doch ich stand schon wieder vor einem neuen Problem: Wie fasste ich das Baby nun am besten an?
Ganz vorsichtig schob ich eine Hand unter seinen Rücken und griff mit der anderen nach der winzigen Schulter, weil ich Angst hatte, ihm weh zu tun. Unbeholfen hob ich Shannon aus der Babytrage und als ich sie dann schließlich mehr schlecht als recht auf dem Arm hatte, wurde mir erst richtig bewusst, wie klein so ein Säugling war.
Vorausschauend hatte ich mir das Fläschchen bereits neben das Sofa gestellt und suchte nun nach der besten Position, ihr den Inhalt desselben möglichst kleckerfrei in den Mund zu befördern, doch irgendwas machte ich wohl falsch, denn entweder kam zu viel auf einmal aus dem Sauger, sodass sie sich verschluckte und ihr die Hälfte aus dem Mund wieder herauslief oder aber Shannon spuckte den Schnuller frustriert wieder aus, weil sie trotz heftigen Saugens nichts herausbekam.
Ich glaube wir brauchten knapp zwei Stunden für diese erste ‚gemeinsame Mahlzeit’ und waren hinterher beide froh, es heil überstanden zu haben.Doch während Shannon nun halbwegs zufrieden aussah, stand mir die zweite Prüfung bevor. Die Kleine war nämlich durch diesen ersten Fütterungsversuch nicht nur nass, oh nein, sie hätte in ihren Sachen schon beinahe den Freischwimmer machen können. Ich musste sie dringend in trockene Sachen packen, ehe sie krank wurde. Doch wo? Und vor allem wie?
_________________
Alles Liebe
Petra



Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge
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BeitragVerfasst am: 03.12.2010, 01:00    Titel: Werbung



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